Making of Picture – fließendes Wasser

Heute gibt es ein Making of Picture – fließendes Wasser. Wie ich in meinem Artikel Geduld, Planung & Glück beschrieben habe, existiert idealerweise eine Foto Idee in meinem Kopf, ich kenne die Location und habe die Möglichkeit bei richtigen Lichtverhältnissen an der Location zu sein um ein gutes Foto zu machen. Oft habe ich zwar eine Foto Idee und kenne eine passende Location, diese Idee lässt sich aber vielleicht nur bei Sonnenschein umsetzen oder der Ort ist zu weit weg und ich habe einfach nicht die Zeit um auch noch weite Strecken zu einem bestimmten Ort zu fahren. Demzufolge gehe ich natürlich auch oft Fotografieren wenn es einfach passt. So war es auch vor ein paar Tagen als ich endlich wieder mit Eike unterwegs war. Im Auto haben wir dann noch darüber gesprochen was sich an einem solchen Tag (kalt, grau und es hat etwas genieselt) gut fotografieren lassen könnte. Dabei habe ich dann noch erklärt, dass ich heute wenig Himmel auf meine Bilder nehmen werde, da dieser an einem solchen Tag ja sowieso nur eine große weiße Fläche ist. Aufgrund fehlender Planung hatte ich keine großen Erwartungen, aber um mein Buch mit eventuellen Foto Locations zu füllen, muss ich eben auch einfach mal auf die Suche nach neuen Orten gehen.

Nachdem wir bereits einige Zeit durch die Landschaft gewandert sind haben wir nochmals eine Fahrt mit dem Auto gemacht und sind zufällig an einen kleinen Bach gekommen. Sofort als ich den Bach gesehen habe, hatte ich verschiedene Bilder vor dem Auge bei denen mittels langer Belichtungszeiten das Wasser sehr weich und milchig dargestellt wird.

Die Blende und die Belichtungszeit bestimmen wie viel Licht auf den Sensor fällt. Ich wollte das Wasser an den Steinen so fotografieren, dass es eine weiche fließende Bewegung aufzeigt. Dazu musste ich meine Blende schließen um längere Belichtungszeiten zwischen 0,5 und 5 Sekunden zu erreichen. An einem sehr hellen Tag kann dies dazu führen, dass ich meine Blende nicht weiter schließen kann und die Belichtungszeit trotzdem nicht lang genug ist. In einer solchen Situation würde ich dann mit einem Neutraldichtefilter das Bild abdunkeln. Bei diesem Bild war es aber kein Problem da wir an einem Bach waren der von hohen Bäumen stark beschattet wurde. Da ich die Belichtungszeit in diesem Falle über meine Blende gesteuert habe kann ich die gestalterische Wirkung der Blende (Tiefenschärfe) nicht einsetzen. Meine Ergebnisse des Tages findet ihr in der wasser-welt.

Was habe ich an diesem Tag gelernt?

  • Um das perfekte Bild zu bekommen besuche den Ort mehrmals. Optimiere den Standort und die Uhrzeit (Sonneneinfall) zu der du an dem Ort bist und sei geduldig.
  • In kleinen Bächen oder einfach auch wenn es sehr nass ist und man sich nicht hinlegen kann eignet sich ein Winkelsucher.
  • Um eine bessere Abbildungsqualität zu erreichen wäre ein Neutraldichtefilter sehr gut, damit man die Blende nicht so schließen muss

Gruß Karsten

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